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Autoimmun­erkrankungen: Azathioprin erhöht Leukämierisiko

Phoenix – Azathioprin, ein bei Autoimmunerkrankungen zur Langzeitkontrolle ein­gesetztes Immunsuppressivum, kann in seltenen Fällen ein myelodysplastisches Syndrom oder eine akute myeloische Leukämie auslösen. Dies legen die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie in JAMA Oncology (2017; doi: 10.1001/jamaoncol.2016.6435) nahe.

Krebserkrankungen des Knochenmarks sind selten. Unter etwa 40.000 Patienten, die zwischen 2004 und 2014 wegen einer von 27 Autoimmunerkrankungen an Mayo-Kliniken in Phoenix/ Arizona oder Jacksonville/Florida behandelt wurden, waren nur 311 Patienten, bei denen im gleichen Zeitraum eine akute myeloische Leukämie (AML) oder die Vorstufe myelodysplastisches Syndrom (MDS) diagnostiziert wurde.

Das Team um Raoul Tibes von der Mayo Clinic in Phoenix wählte 86 Patienten, bei denen die Knochenmarkerkrankung nach der Diagnose der Autoimmunerkrankung aufgetreten war, für eine Fall-Kontroll-Studie aus. Der Onkologe wollte herausfinden, ob die immunsupprimierenden Medikamente das Auftreten von AML und MDS begünstigen.

Bei Azathioprin war dies tatsächlich der Fall. Die Verordnung des Immunsuppressivums war mit einem siebenfach erhöhten Risiko auf AML/MDS assoziiert. Tibes ermittelt eine Odds Ratio von 7,05, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,35 bis 21,13 signifikant war. Auch für Cyclophosphamid (Odds Ratio 3,58; 0,91-14,11) und Mito­xantron (Odds Ratio 2,73; 0,23-33,0) wurden erhöhte Risiken gefunden, die allerdings kein Signifikanzniveau erreichten.

By | 2017-02-11T21:45:06+00:00 Februar 11th, 2017|Forschung|Kommentare deaktiviert für Autoimmun­erkrankungen: Azathioprin erhöht Leukämierisiko