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Markierung neuronaler Stammzellen als Wegweiser im Gehirn

Markierung neuronaler Stammzellen als Wegweiser im GehirnDie Arbeiten mit menschlichen neuronalen Stammzellen führen in USA, Grossbritannien und anderen Ländern in immer schnellerer Folge zu interessanten Ergebnissen. Nachdem die University of California, eine Universität mit 23.000 Studenten, am 2. November 2004 in ihrer Hauszeitschrift neue Ergebnisse zur Myelinbildung aus neuronalen Stammzellen veröffentlicht hatte, folgte am Tage darauf die Radiological Society of North America mit einer weiteren bedeutsamen Nachricht.

Danach wurde vor einiger Zeit berichtet, man habe undifferenzierte neuronale Stammzellen erwachsenen Mäusen intravenös injiziert und dadurch eine „multifocale“ Remyelinisierung erreicht. Dies habe zu einer funktionalen Erholung von solchen Mäusen geführt, die eine künstlich erzeugte Multiple Sklerose hatten. Hier konnte bereits gezeigt werden, dass magnetisch markierte Stammzellen in Lebewesen durch Kernspurtomographie auch über die Zeit nach der Transplantation im Körper verfolgt werden können.

In neuen Versuchen wurden neuronale Stammzellen von Mäusen mit präparierten, mikroskopisch feinen Eisen- und Eisenoxidteilchen versetzt. Nach intravenöser Injektion der präparierten Stammzellen konnten die markierten Stellen bereits nach einem Tag als schwach intensive Flecken in der weissen Gehirnmasse wiedergefunden werden, wurden aber nach 5 bis 10 Tagen immer schwächer. Neuropathologen bestätigten die Anwesenheit von eisenmarkierten Stammzellen, die in die Gegend der Demyelinisierung und axonalen Schäden transportiert wurden. Sämtliche sechs vorher demyelinisierte Mäuse, denen man markierte Stammzellen injiziert hatte, zeigten eine fast vollständige Rückbildung der Erkrankung, während die unbehandelten Mäuse eine Progression der Krankheit und wesentlicher Beschwerden hatten.

Man folgert daraus, dass eine anfängliche und räumliche Wanderung von intravenös verabreichten, markierten neuronalen Stammzellen durch Kernspurtomographie verfolgt werden kann. Dabei können (magnetisch) markierte aNSCs-Stammzellen eine Erholung von der Krankheit zumindest in einem chronischen Maus-Modell der Multiplen Sklerose erreichen. Diese Übertragung könnte ein hilfreiches Werkzeug sein, um neuronale Stammzellen entweder in vor-klinischen oder in klinischen Studien sowohl im Tiermodell wie auch beim Menschen zu übertragen.

Quelle: Mitteilung Radiological Society of North America 2004, 3.Dezember 2004, Code SST13-09

By | 2015-01-15T17:17:47+00:00 Dezember 3rd, 2004|Forschung|Kommentare deaktiviert für Markierung neuronaler Stammzellen als Wegweiser im Gehirn