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Natalizumab-Infusion nur noch alle 2 Monate ?

Neues von der AAN: Die reduzierte Infusionsrate zeigte sich Studienergebnissen zufolge als sicher und effizient bei Multipler Sklerose. Weitere Untersuchungen sind nötig, um diese Daten zu untermauern.

Wie Forscher um Dr. Zhovtis Ryerson in einer multizentrischen Studie in den USA zeigten, lassen sich die Infusionsintervalle mit dem Wirkstoff Natalizumab (Handelsname Tysabri) halbieren: Statt monatlicher Infusion genügt den Daten zufolge eine 2-monatliche Infusion bei – so die bisherigen Studienergebnisse – vergleichbarem Ergebnis.

Die Studie mit knapp 2.000 Patienten an 10 MS-Zentren in den Vereinigten Staaten wollte Sicherheit und Wirksamkeit eines verlängerten Infusionsintervalles zeigen. Sie ergab, dass diese Dosierung von Natalizumab eine ähnliche Wirkung bei der Behandlung der Krankheitsaktivität hatte, so der Studienleiter Lana Zhovtis Ryerson, MD, Assistenzprofessor für Neurologie an der NYU Langone und dem Multiple Sklerose Comprehensive Care Center.

Vergleichbare Wirksamkeit

Die Infusionsintervalle der Vergleichsgruppe lagen zwischen 4 Wochen und 3 Tagen und 8 Wochen und 5 Tagen. Die Ergebnisse wurden am 22. April 2015 auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) in Washington, DC vorgestellt. 65% blieben in jedem der Studienarme (dem verlängerten von bis zu 2 Monaten sowie dem regulären von einem Monat) ohne Fortschreiten der Krankheit und auch die Anzahl der neuen Läsionen laut MRT war gleich hoch.

Natalizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als Infusion angewendet wird, um MS-Symptome zu verhindern und den Behinderungsfortschritt bei MS einzudämmen. Wer das Mittel – jedenfalls in der bisherigen Dosierung alle 4 Wochen – länger als zwei Jahre nimmt, bei dem kann das Risiko für eine PML, eine seltene, aber potenziell tödliche Gehirninfektion durch das JC-Virus, erhöhen.

Unterschiede bei den Nebenwirkungen ?

Das Medikament wird bisher in der Regel in 300-Milligramm-Infusionen alle vier Wochen verschrieben. Erstrebenswert wäre, wenn ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Infusionen das PML-Risiko verringern könnte.

In der Studie zeigten sich im Vergleichsarm keine PML-Fälle, unter Standarddosierung traten 2 PML-Fälle auf. Der Unterschied ist zwar zu erkennen, jedoch noch nicht statistisch bedeutsam. Die Ergebnisse seien zwar ermutigend, so Dr. Zhovtis Ryerson, doch „mehr Forschung ist notwendig, um festzustellen, ob diese Natalizumab-Dosierung ein Fortschreiten der Behinderung eindämmen kann.“

 

Quelle:NYU Langone Medical Center, 22.04.2015
Redaktion: AMSEL e.V.
By | 2015-05-06T10:09:24+00:00 April 27th, 2015|Multiple Sklerose, News|0 Comments