Sie erreichen uns jederzeit per E-Mail|office@ms-selbsthilfe.at

Phänomen Schwangerschaft: Neue Forschergruppe im UKE wird mit 3,4 Millionen Euro gefördert

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen Forscher die Schwangerschaft als Modell nutzen, um Wege zur Prävention und Therapie von immunologischen Erkrankungen zu finden. Dazu werden die Mediziner und Naturwissenschaftler in den kommenden drei Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zunächst rund 3,4 Millionen Euro unterstützt. „Wir wollen grundsätzlich verstehen, wie die immunologische Anpassung an die Schwangerschaft medizinische Vorteile, aber auch Nachteile für Mutter und Kind nach sich zieht“, erklärt die Sprecherin der neuen Klinischen Forschergruppe KFO 296, Prof. Dr. Petra Arck von der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des UKE.

Um das Kind, das zur Hälfte väterliche Gene hat, nicht als Fremdkörper abzustoßen, verändert sich während der Schwangerschaft das Immunsystem der werdenden Mutter. Mit dieser Veränderung ist für die Frauen ein höheres Infektionsrisiko verbunden. Schwangere haben schwerere Krankheitsverläufe und sterben auch häufiger an Grippe als nicht schwangere Frauen. Frauen mit Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose (MS) profitieren dagegen von den immunologischen Veränderungen während der Schwangerschaft: „Es gibt kein Medikament, das so wirksam wie eine Schwangerschaft die Krankheitsschübe bei MS verhindern kann“, sagt Prof. Arck. „Wenn wir diese immunologischen Vorgänge verstehen, können wir vielleicht eines Tages einen Schwangerschafts-ähnlichen Zustand simulieren und damit das Fortschreiten der Krankheit verhindern.“

Wie die werdende Mutter mit dem reifenden Immunsystem des Föten kommuniziert, sei ein weiterer Schwerpunk der neuen KFO 296 („Feto maternale immune cross talk: Consequences for Maternal and Offspring´s Health“), so Prof. Arck. „Man weiß, dass Medikamenteneinnahme, Infektionen oder eine erhöhte Stressbelastung der werdenden Mutter das Immunsystem der ungeborenen Kinder prägen kann. Diese Kinder haben ein höheres Risiko für immunologische Erkrankungen im späteren Leben. Warum das so ist, wollen wir herausfinden.“

 

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

By | 2015-05-06T20:02:05+00:00 April 28th, 2015|Forschung|0 Comments