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Antworten auf Ihre Fragen 2015-04-02T01:00:44+00:00

Leser von MS in Focus stellen der Herausgeberin Michele Messmer Uccelli Fragen.

Vielen Dank an unsere Fachleute für Ihre Auskünfte.

 

[box type=“shadow“ align=“alignleft“ ]F. Gibt es Medikamente, die helfen, kognitive Probleme bei MS zu verbessern?

Danke, Daniel[/box]

A. Bis jetzt haben in großen klinischen Studien noch keine Medikamente langfristigen Erfolg bei der Verringerung kognitiver Probleme gezeigt. In den letzten Jahren gab es Studien über Methoden, um die kognitive Dysfunktion zu stabilisieren oder zu verbessern. Manche haben sich darauf konzentriert, ob MS-krankheitsverändernde Medikamente, die alle gezeigt haben, dass sie die Anhäufung neuer entmarkender Schädigungen reduzieren, auch das Fortschreiten von kognitiven Problemen verlangsamen können. Theoretisch sollte das der Fall sein, aber die Ergebnisse waren bisher unterschiedlich.

 

[box type=“shadow“ ]F. Warum benutze ich oft Wörter, die unpassend sind? Gestern zum Beispiel sagte ich in einem Satz „Handschuhe“, als ich „Taschen“ sagen wollte.

Grüße, Barbara[/box]

A. Studien zeigen, dass die Schwierigkeit, Gegenstände zu benennen, ein recht häufiges Problem bei MS ist. Manche Forscher glauben, dass diese Schwierigkeit mit der Myelinschädigung im Gehirn zusammenhängt, die verhindert, dass die Menschen im Gehirn gespeicherte Sprachinformationen abrufen können. Leider scheinen weder kognitive Rehabilitation noch kompensatorische Strategien dabei zu helfen, diese Art von Problemen zu bewältigen. Was helfen kann, ist, dass Sie die Menschen um sich herum (Familie, Freunde, Arbeitskollegen) darüber informieren, dass Sie gelegentlich diese Schwierigkeit haben, und sie ermutigen, ihre Bedenken mitzuteilen, um Missverständnisse zu vermeiden.

 

[box type=“shadow“ ]F. Ich bin über die Kontrolle der Emotionen besorgt. Ich finde, dass ich zu den seltsamsten und unangemessensten Zeitpunkten und in jeder Situation zu weinen beginnen kann. Dies macht mir Sorgen und es ist sehr peinlich! Ist dies bei Menschen mit MS häufig? Ist es ein Teil der Krankheit? Haben Sie irgendwelche Tipps für den Umgang mit diesem Problem?

Vielen Dank, Gerry[/box]

A. Diese emotionalen Veränderungen, die Sie beschreiben, deuten auf die so genannte „emotionale Instabilität“ hin (auch „emotionale Labilität“ oder „emotional release“ genannt). Es scheint, dass etwa 10 Prozent der Menschen mit MS ähnliche Probleme haben, die das Ergebnis der Entmarkung in dem Teil des Gehirns sind, der die Gefühle kontrolliert. Wenn Sie fühlen, dass diese Traurigkeit Ihr Leben jetzt auf irgendeine Weise stört oder Probleme verursachen kann (zuerst im Familienleben, bei der Arbeit und sozialen Aktivitäten), sollten Sie mit Ihrem Neurologen oder Psychologen sprechen. Einige MS-Zentren haben spezialisierte Krankenpfleger, die darin ausgebildet sind, mit dieser Art von Problemen umzugehen. Es gibt sogar einige Strategien zur Bewältigung, die Sie von Fachleuten im Gesundheitswesen lernen können und im täglichen Leben anwenden können. Dieses Problem ist es wirklich wert, besprochen zu werden, damit man besser damit umgeben kann.

 

[box type=“shadow“ ]F. Ist es möglich, dass MS meine schrecklichen Stimmungsschwankungen beeinflusst? Ich bin Lehrerin und arbeite mit Kindern. Einmal denke ich, ich kann mit Kindern etwas unternehmen, und das nächste Mal bringt es mich zur Verzweiflung, auch nur an die Verantwortung zu denken. An einem Tag bin ich übereifrig und am nächsten Tag kann ich nicht einmal daran denken – oder sogar in der folgenden Stunde. Bitte helfen Sie mir, damit zurechtzukommen, wenn möglich.

Linda[/box]

A. Es ist wichtig, dass die Menschen um Sie herum wissen, dass Sie diese Probleme haben. Dies dient im Wesentlichen dazu, Missverständnisse zu vermeiden. Manche Menschen bekommen stimmungsstabilisierende Medikamente oder Antidepressiva verschrieben, die in manchen Fällen helfen. Bei anderen ist die therapeutische Beratung eine ausgezeichnete Lösung, die der Person die Möglichkeit gibt, ihre Gefühle mit einem Therapeuten zu untersuchen und Methoden zu lernen, um mit unvorhersehbaren Stimmungsschwankungen besser zurechtzukommen. In allen diesen Fällen besteht der erste Schritt darin, mit Ihrem Gesundheitsversorger zu sprechen – Neurologe, MS-Krankenpfleger oder Psychologe.