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Antworten auf ihre Fragen 2015-04-08T11:03:09+00:00

Leser von MS in Focus stellen Fragen an die Herausgeberin Michele Messmer Uccelli.

Frage: Exzessive orale Sekretion (Speichel) macht Küssen für beide Seiten unangenehm und unromantisch. Küssen ist aber sehr wichtig für Intimität und das Sexualleben. Dies stellt ein großes Problem für mich dar. Obwohl übermäßiger Speichelfluss an sich kein großes Problem ist, beeinflusst er die Intimität und das Sexualleben negativ. Ich würde gerne eine Lösung für dieses Problem finden. Grüße, Warren

Antwort: Gesteigerter Speichelfluss, auch bekannt als Sialorrhö oder Ptyalismus, ist als Symptom von MS nicht bekannt. Übermäßiger Speichelfluss hängt meist mit Schluckproblemen zusammen, durch die sich Speichel im Mund ansammelt. Die Verabreichung mancher Medikamente kann Sialorrhö verursachen, sodass Sie mit Ihrem Arzt über alle Medikamente sprechen sollten, die Sie einnehmen, um zu eruieren, ob eines dieser Medikamente die exzessive Speichelproduktion verursacht. Es kann sich dabei auch um ein Problem handeln, das mit einer anderen Erkrankung zusammenhängt. Leider bewahrt MS Menschen nicht davor, auch andere Krankheiten zu bekommen. Daher ist es wichtig, wegen ihrer Probleme ihren Hausarzt aufzusuchen.

 

Frage: Ich habe gehört, dass Viagra Frauen mit sexuellen Problemen helfen kann. Stimmt das? Danke, A.

Antwort: Sildenafil (ViagraTM) wird zur Behandlung primärer sexueller Funktionsstörungen bei Männern, insbesondere bei erektiler Dysfunktion verwendet. Bei den Versuchen an Frauen mit MS, stellte sich Sildenafil als unwirksam heraus, und somit ist es zur Behandlung sexueller Funktionsstörungen nicht geeignet.

 

Frage: Ich bin fast ständig müde, und immer wenn ich einmal nicht so müde bin, ist mein Mann müde. Das bedeutet, dass wir nur sehr unregelmäßig
und eigentlich fast nie Zeit haben, intim zu werden. In unserer Beziehung war ich immer diejenige, die den ersten Schritt beim Sex gemacht hat, und ich bin sicher, dass mein Mann der Meinung ist, dass das weiterhin der Fall sein soll. Ich möchte so viel mehr teilen, wie zum Beispiel Berührungen, Gespräche und körperliche Nähe. Wie kann ich ihm klar machen, dass ich nicht einfach ein „medizinisches” Problem bin, sondern ein Mensch, der nach wie vor etwas Berührung und Erregung braucht?
Danke, BA, Australien

Antwort: Es ist wichtig, MS vom Rest der Person zu trennen. Doch es scheint, das wissen Sie bereits. Außerdem ist es wichtig, dass Ihr Partner sich Ihrer Gefühle bewusst ist. Dies kann nur durch ehrliche Gespräche erreicht werden. MS kann es erforderlich machen, dass Paare ihre üblichen Wege, Sex und Intimität anzugehen, ändern (in Ihrem besonderen Fall könnten Sie nicht immer die „Initiatorin“ sein). Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Paar sich darüber einig ist, dass Intimität nicht nur Geschlechtsverkehr bedeutet, sondern, wie Sie bereits erwähnt haben, auch Berührungen, Gespräche und körperliche Nähe umfasst.

Was bei einem Paar geschehen kann, ist, dass einer der Partner denkt, dass für den anderen der Geschlechtsakt das einzige Ziel der Intimitäten ist. Aber sobald erkannt wird, dass das nicht der Fall ist, fühlen sich beide weniger unter Druck gesetzt und sie fühlen sich freier, um über andere Wege, Zuneigung auszudrücken, zu sprechen.

Und zu guter Letzt gibt es auch noch viele Möglichkeiten, die Müdigkeit so in den Griff zu bekommen, dass sie das Ausleben von Sexualität nicht behindert. Für nähere Informationen siehe Ausgabe 1 von MS in Focus über Müdigkeit (Januar 2003).