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MS-Gesellschaft Norwegen: Selbsthilfegruppe für Lesben und Schwule mit Multipler Sklerose 2015-04-08T11:51:03+00:00

Von Turid Hesselberg, Sozialarbeiter, Norwegische MS-Gesellschaft

außerhalb der Gruppe konnten nicht verstehen, weshalb wir diese Gruppe gründen wollten. Obwohl sich die Akzeptanz Homosexueller in den letzten Jahren verbessert hat, gibt es nach wie vor zahlreiche Skeptiker. Seit 1993 haben Schwule und Lesben in Norwegen die Möglichkeit, ihre Partnerschaft formell eintragen zu lassen aber es ist klar ersichtlich, dass manche Menschen Angst vor Vielfalt haben und möglicherweise irrationale Gefühle haben. Dennoch hat die Gruppe an Stärke und Bedeutung gewonnen.

Ein Artikel über behinderte Lesben und Schwule, der im Jahr 2001 in Norwegen veröffentlicht wurde, hat LeHoMS herausgefordert. Dieser Artikel hat die Mitglieder von LeHoMS dazu gebracht, eine Liste von Argumenten zu formulieren, um die Bedeutung eines Netzwerkes zu unterstützen, das die verschiedenen Bedürfnisse von Schwulen und Lesben mit MS erfüllt. Es handelte sich um die folgenden Argumente:

• Körperliche Einschränkungen und Müdigkeit machen es für MS-Patienten schwierig, öffentliche Treffpunkte, wie Bars, Clubs und Restaurants aufzusuchen.
• Oft sind typische Treffpunkte für Menschen in Rollstühlen nicht zugänglich.
• Der eingeschränkte Zugang macht es schwierig, Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen und eine intime Beziehung zu führen.
• Eine negative Einstellung zum eigenen Körper stellt eine Hürde beim Kennenlernen anderer Menschen dar.
• Viele Menschen haben Problemen wegen der doppelten Stigmatisierung aufgrund ihrer Behinderung und ihrer Homosexualität.
• Viele Lesben und Schwule mit MS und anderen Behinderungen führen sich einsam und von der Gesellschaft ausgeschlossen.
• Negative Einstellungen seitens des Gesundheitspersonals schaffen zusätzliche Hürden.

Die Mitglieder von LeHoMS sind sich darüber einig, dass es von Vorteil ist, diese gemeinsamen Probleme zu teilen. In dieser Gruppe ist es nicht notwendig, über die Tatsache, homosexuell zu sein zu sprechen, da dies eines der Kriterien für die Teilnahme ist. Dadurch haben die Mitglieder die Möglichkeit, über MS und das Leben zu sprechen, ohne dass Sexualität das vorherrschende Thema ist.

Eine Reihe von Initiativen, darunter eine Broschüre und Seminare, werden gerade von der Gruppe geplant. Unsere Hoffnung ist es, in Zukunft ein Treffen mit der Gruppe GLAMS in England zu organisieren, sodass wir Erfahrungen und Vorstellungen auf internationaler Ebene austauschen können.

LeHoMS würde sich freuen, von Gruppen in anderen Ländern oder auch von Menschen zu hören, die daran interessiert wären, in ihrem Heimatland eine Gruppe zu gründen. Kontaktieren Sie Turid Hesselberg, Tel.: +47 2296 3586 jeden Mittwoch und Freitag, oder per E-Mail: turid@ms.no