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Ergebnisse der Online-Umfrage zum Thema Schmerzen 2015-04-09T10:53:18+00:00

Eine Rekordzahl an Leuten – 763 – nahm an der Online-Umfrage der MSIF zum Thema Schmerzen und MS teil, was die Bedeutung dieses Themas für MS- Patienten widerspiegelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beteiligten eine große Vielzahl an schmerzhaften Symptomen als Teil ihrer MS erleben, und dass sie sich stark auf ihre Lebensqualität auswirken.

Drei Viertel der befragten Personen sind der Ansicht, dass ihre Schmerzen im Zusammenhang mit MS stehen, oder dass sie mit anderen Worten keine getrennte Erkrankung oder Problem darstellen, sondern Teil ihrer MS sind. Die häufigste Art von Schmerzen sind dysästhetische Schmerzen (brennende Schmerzen), gefolgt von Kreuzschmerzen und

schmerzhaften tonischen Spasmen (siehe Diagramm unten). Mehr als 300 Teilnehmer leiden unter Schmerzen, die nicht aufgeführt waren, wie zum Beispiel Schmerzen in speziellen Körperteilen wie Zahnschmerzen, Schmerzen im Genitalbereich oder Schmerzen in den Beinen. Andere berichteten über kribbelnde oder prickelnde Schmerzen, stechende oder einschießende Schmerzen, die in den Körper oder die Beine oder den Rücken ausstrahlen, schmerzempfindliche Haut wie zum Beispiel die Kopfhaut beim Haare kämmen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, ein Druckgefühl von innen heraus, das Gefühl, dass Teile des Körpers gefroren sind oder sogar Schmerzen am ganzen Körper.

Bei der Bitte, die Wirkung der Schmerzen auf die Lebensqualität zu bewerten, bewertete fast die Hälfte der Teilnehmer (47 Prozent) die Auswirkung mit 7 oder höher (0 keine Auswirkung und 10 extreme Auswirkung), was auf die starke negative Wirkung hinweist, die Schmerzen bei MS auf das täglich Leben haben können.

Es ist vielversprechend, dass 74 Prozent der Teilnehmer ihre Schmerzen regelmäßig mit ihrem Neurologen, ihrer Krankenschwester oder anderen medizinischen Fachleuten besprechen, und die Mehrheit behandelt ihre Schmerzen mit Medikamenten (77 Prozent). Andere Behandlungsmethoden sind zum Beispiel Änderungen im Lebenswandel wie Sport (39 Prozent), physikalische Therapien (28 Prozent) und ergänzende Therapien (24 Prozent) wie Hydrotherapie, Akupunktur, Massage, Reiki und Meditation.

Weitere Antworten waren zum Beispiel „keine Behandlung“ und einfach „damit leben“, Ruhe, Hitze oder Kälte, der Gebrauch von Marihuana und die Anwendung eines TENS- Geräts (siehe Seite 6). Bei der Frage zum Erfolg der Behandlung sagte nur ein Zehntel aus, sie sei sehr erfolgreich gewesen, 70 Prozent sagten sie sei „einigermaßen erfolgreich“, während 20 Prozent sagten, sie sei nicht erfolgreich gewesen.

Fast die Hälfte der Teilnehmer (47 Prozent) sagten, sie hätten Probleme gehabt, Informationen über Schmerzen und MS zu erhalten, im Vergleich zu denjenigen, die dies leicht fanden (39 Prozent). 14 Prozent hatten nicht nach Informationen

darüber gesucht.
Als Hauptquelle für Informationen über Schmerzen stellte sich das Internet heraus (80 Prozent), gefolgt von Informationsbroschüren und -materialien der MS- Gesellschaft (66 Prozent) und einem Arzt oder einer Krankenschwester (60 Prozent). 14 Prozent der Personen antworteten mit „andere“, wobei die Hauptquellen andere MS-Patienten (sowohl in Selbsthilfegruppen aus auch online in Chatrooms oder per E-Mail), Bücher, Zeitschriften und Physiotherapeuten umfassten.

Schlussfolgerung

Schmerzen werden von vielen Menschen als bedeutender Teil ihrer MS angesehen und als Symptom, das die Lebensqualität nachteilig beeinflussen kann. Die große Vielzahl der von den Teilnehmern angeführten schmerzbezogenen Symptome und Behandlungen weist auf die individuelle Art von Schmerzen bei MS sowie auf die Probleme hin, welche die Teilnehmer und ihr Gesundheitspflegeteam bei der wirkungsvollen Behandlung von Schmerzen haben.